Die Fanszene bringt die Borussia in Schwierigkeiten

Das Heimspiel gegen RB Leipzig (20.04.19) hat die Fanszene der Borussia genutzt, um ordentlich Krawall gegen die Kommerzialisierung des Fußballsports zu machen.

Die Nordkurve war vor dem Spiel mit unzähligen Spruchbändern „geschmückt“, die sich gegen Red Bull richteten. Dem österreichischen Energydrinkproduzenten wird vorgeworfen, den Fußballsport und hier insbesondere, die Leipziger Bundesligaspieler, zu nutzen, um eine Werbemaschine zu haben. Das kann man so sehen oder auch nicht. Tatsache ist, dass die Werbewirtschaft insgesamt den Spitzenfußball als Testimonial nutzt. Red Bull ist da nur einer von vielen, wenn auch vielleicht ein besonders krasser.

Dagegen zu sein hat durchaus seine Berechtigung.

Was natürlich nicht geht, ist ein Spruchband „Trotz Burnout und null Akzeptanz – ein Leben voller Ignoranz – Fick dich Rangnick“, mit dem der Sportdirektor und Interimscoach der Leipziger angegriffen wird. Das ist völlig inakzeptabel und hat nichts mit dem zu tun, was sich der FPMG Supporter Club von Fans Mönchengladbach auf die Fahne geschrieben hat. Dirk Kramer, Pressesprecher des Vereins, macht da auf eine Äußerung aufmerksam, der vom Vorsitzenden, Thomas Ludwig stammt: : „… Als Dachorganisation der aktiven Fanszene und Mitinitiator des Borussenkodex ist es uns wichtig, dass der Protest stets gewaltfrei, kreativ und niveauvoll stattfindet.“

Eine Vielzahl der bundesweiten Fanclubs hat sich an der Aktion beteiligt. Die Banner wurden in der abgelaufenen Woche gemalt, entgegen der Darstellung in einer Boulevardzeitung jedoch nicht auf dem Gelände des FanHaus. Das erscheint wichtig, denn natürlich ist die Borussia durch die Entgleisung in Schwierigkeiten. Alle angesprochenen Verantwortlichen haben sich entschuldigt, was die Sache nicht ungeschehen macht. Und mit weiteren Konsequenzen ist zu rechnen.

Dirk Kramer, darauf angesprochen, ob denn niemand in der Fanszene auf die Idee gekommen sei, dass der persönliche Angriff auf Ralf Rangnick sich weit außerhalb des Erträglichen befindet, sagt, das wisse er nicht. Er habe das Spruchband gar nicht gesehen, habe davon überhaupt erst etwas davon erfahren vor der PK nach Ende des Spiels.

Er verweist auf die Reaktion von Thomas Ludwig, auf der Homepage des Vereins veröffentlicht: Der Grad zwischen Meinungsfreiheit und Verunglimpfung im Protest ist schmal. Dass hierbei inzwischen provokant über das Ziel hinausgeschossen wird, um überhaupt Gehör zu finden, kann man immer wieder feststellen, denn der Reflex der Empörung folgt prompt und plötzlich ist die öffentliche Aufmerksamkeit da.

Sicher ist allerdings, dass nicht der Zweck die Mittel heiligt.

Das Foto entstand vor dem Spiel, von der Pressetribüne aus aufgenommen.

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