Türkische Männer mehr beschäftigt

Vor 60 Jahren begann der Zustrom türkischer Arbeitnehmer nach Deutschland. Es war die Zeit des Wirtschaftsaufschwunges und es fehlten in erheblichem Maße Leute, die im damaligen Wirtschaftswunderland Hand anlegen wollten oder konnten. Es herrschte Vollbeschäftigung. Damals initiierte die Regierung Adenauer ein Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei. Bis es Ende 1973 auslief, war die Türkei wichtigsten Anwerbeland. Das heißt, die meisten „Gastarbeiter“ für den deutschen Arbeitsmarkt – so hieß das damals  – stellte die Türkei. Die Menschen kamen gerne hierher – vorwiegend aus Anatolien -, verdienten gutes Geld und gingen überwiegend wieder in ihr Heimatland zurück.  

Das hat sich dann später anders entwickelt, wie aus Anlass des Anwerbeabkommens von Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt veröffentlichte Betrachtung zeigt. 

Im Jahr 2019 waren in Nordrhein-Westfalen 212 000 der 371 000 Personen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren mit türkischer Staatsangehörigkeit erwerbstätig. Daraus ergibt sich eine Erwerbstätigenquote von 57,1 Prozent. Sie lag damit sowohl unter der Quote deutscher Staatsangehöriger (75,9 Prozent) als auch unter der von Personen mit anderer ausländischer Staatsangehörigkeit (61,7 Prozent).  

Insbesondere türkische Frauen weisen mit 42,8 Prozent eine niedrigere Erwerbstätigenquote auf. Von den anderen ausländischen Frauen in NRW waren 52,2 Prozent und bei den deutschen Frauen 72,3 Prozent der 18- bis jünger als 65 Jahre erwerbstätig. Türkische Männer (71,0 Prozent) hatten eine etwas höhere Erwerbstätigenquote als andere ausländischen Männer (70,3 Prozent).  

Die Erwerbslosenquote von Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit in NRW lag im Jahr 2019 mit 8,3 Prozent erheblich über der Quote von Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit (2,9 Prozent). Bei Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (ohne Türken) lag die Erwerbslosenquote bei 8,4 Prozent und somit ähnlich hoch wie bei türkischen Staatsangehörigen. 

Türkische Männer wiesen mit 8,9 Prozent eine höhere Erwerbslosenquote auf als türkische Frauen mit 7,3 Prozent.