Der Haushaltssicherung entkommen 

Grevenbroich. In der Ratssitzung am 11.12.25 haben Bürgermeister Klaus Krützen und Stadtkämmerer Arno Jansen den Entwurf des Haushalts 2026 für die Stadt Grevenbroich vorgelegt. Der Etatentwurf sieht Gesamterträge von rund € 242 Millionen und Gesamtaufwendungen von rund € 251 Millionen für 2026 vor. Das Jahresergebnis soll minus € 5 Millionen betragen. Die rechnerische Differenz ergibt sich aus „dem Abzug des globalen Minderaufwands“. Die Stadt Grevenbroich entkommt  so knapp der erneut drohenden Haushaltssicherung.

Steuererhöhungen sind im vorliegenden Entwurf nicht vorgesehen. Ob sie sich mittelfristig vermeiden lassen, erscheint offen. Kämmerer Jansen machten in seiner Haushaltrede darauf aufmerksam, dass die Einnahmen aus der reformierte Grundsteuer im laufenden Jahr hinter der Planung zurückbleiben und die angestrebte Aufkommensneutralität aktuell nicht erreicht wird.

Um den engen finanziellen Spielraum einzuhalten, wurden allen Fachbereichen Einsparvorgaben gemacht und nur ein Teil der zusätzlichen Personalbedarfe berücksichtigt. Zudem wird das Sondervermögen des Bundes, das Grevenbroich über den NRW.Plan des Landes in Höhe von insgesamt € 27,5 Millionen erreicht ,bis 2029 vollständig zur Reduzierung der Zinslast eingesetzt, die sich aus der Verschuldung der Stadt ergibt.

Die prekäre Finanzlage hält die Stadt nicht davon ab, an ihrem Investitionstempo fest zuhalten: Für 2026 sind investive Auszahlungen von fast € 62 Millionen geplant, unter anderem für den Ausbau von Schulen und dem „Offenen Ganztag“, die Sanierung und den Neubau von Turnhallen, Investitionen in Feuerwehr, Straßen und Sportanlagen. Die Finanzierung erfolgt teilweise über Fördermittel, teilweise über eine Kreditaufnahme von rund € 32 Millionen. Kredite sind auch deshalb nötig, weil das Land seinen Verpflichtungen gegenüber den Kommunen nicht nachkommt, den „Offenen Ganztag“ auf ein solides Fundament zu setzten.

Bürgermeister Krützen betonte bei der Vorlage des Zahlenwerks, dass 2026 ein Jahr der Konzentration und Konsolidierung sei. Priorität habe die Stabilisierung der städtischen Finanzen, um handlungsfähig zu bleiben und begonnene Zukunftsprojekte im Strukturwandel, etwa am Standort Frimmersdorf und in Neurath, konsequent weiterzuführen.

Sorgen bereitet der Stadt die weitere Entwicklung der Kreisumlage. Für 2026 zeichnet sich eine Zahlung von rund € 46,5 Millionen ab. Damit liegt die Umlagezahlung höher als die geplanten Netto-Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Bürgermeister und Kämmerer appellieren deshalb  an die im Kreistag vertretenen Parteien, diese Entwicklung kritisch zu prüfen und für Entlastungen der Städte und Gemeinden einzutreten, welche den Etat des Rhein-Kreises Neuss finanzieren.

Der Haushaltsentwurf wird nun in den Fachausschüssen und Fraktionen beraten. Ein Beschluss  des Stadtrats dazu ist für Frühjahr 2026vorgesehen.

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