Vorverurteilungen und falsche Verdächtigungen

Dormagen. Der  Tod des 14jährigen Yosef am Waldsee im Stadtteil Delhoven – zur Vorberichterstattung geht es hier – ist weiterhin Thema. Die Polizei ermittelte bekanntlich ein Kind, einen strafunmündigen Jungen, als Tatverdächtigen, sagt die Polizei. Ein Kind tötet. Das darf natürlich als ungewöhnlich bezeichnet werden, aber Spekulationen zu möglichen Mittätern in den Sozialen Medien mit namentlichen Anschuldigungen – hiervon handelt eine Mitteilung der Kreispolizeibehörde – sind unnötig, weil haltlos. Die Ermittler haben zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise auf Mittäter.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin: Falsche Verdächtigungen und Verleumdungen, auch im Internet, sind Straftaten. Sie werden konsequent verfolgt und werden bestraft.

Daher bitten Staatsanwaltschaft und Polizei von eben solchen Verdächtigungen und Vorverurteilungen oder sogar dem Aufruf zu Straftaten in Bezug auf etwaige Mittäter Abstand zu nehmen.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Dormagen, Murat Top, zu dem Geschehen geäußert in einem von der Pressestelle der Stadt Dormage verbreiteten Text. Er sagt dort u.a. „Der Fall macht deutlich, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche frühzeitig zu unterstützen und zu schützen. Dazu gehören Angebote im Kinder- und Jugendschutz, in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit, in der Gewaltprävention sowie Maßnahmen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.“

PS: Bisher weiß niemand – vielleicht noch nicht einmal der oder die Ermittler – wie und warum es zu der Tötung von Yosef gekommen ist. Dass die Öffentlichkeit erfahren will, was Motiv und Handlung waren, liegt auf der Hand. Normalerweise wird so etwas vor dem Strafgericht geklärt. Das ist hier nicht zu erwarten, da der Verdächtige strafunmündig ist und es für andere Verdächtige bisher keine Anhaltspunkte gibt.

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