Was bewegt sich wie in der City

Neuss. Die Stadtverwaltung will Frequenz und Mobilität im Zentrum besser verstehen. Deshalb ist ein wegweisendes Smart-City-Projekt zur datenbasierten Weiterentwicklung der Innenstadt gestartet. Am Marktplatz und in weiteren Innenstadtbereichen sind Kamerasysteme im Einsatz, die Bewegungsdaten erfassen und mithilfe Künstlicher Intelligenz aufbereiten. Ergänzend dazu liefert eine Bluetooth-basierte Messtechnik anonyme Frequenzdaten. Erkannt wird ausschließlich, ob ein Bluetooth-Signal in der Nähe vorhanden ist, ohne dass personenbezogene Daten ausgelesen oder gespeichert werden.

Das Projekt verfolgt drei übergeordnete Ziele: die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu steigern, den lokalen Einzelhandel gezielt zu stärken und die Stadtplanung präziser und näher näher zur Bevölkerung gestalten.

Befürchtungen, hier werde mit Daten Unfug getrieben, sind unbegründet

„Wir wollen unsere Neusser Innenstadt aktiv gestalten und noch besser auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten. Dafür benötigen wir verlässliche Daten. Mit dieser datenschutzkonformen Technologie gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besucher das Zentrum nutzen. So können wir Investitionen gezielter lenken – sei es bei der Platzgestaltung, der Verkehrslenkung oder der Eventplanung“, wird Bürgermeister Reiner Breuer in diese Zusammenhang zitiert.

Die Stadtverwaltung ist sich der Sensibilität des Themas bewusst. Ausdrücklich handelt es sich bei dem Projekt nicht um eine Videoüberwachung. Es ist sichergestellt, dass keine personenbezogenen Daten erhoben, gespeichert oder weitergegeben werden. Die erfassten Bilder werden in anonyme Daten aufgeschlüsseltt. Eine Speicherung oder ein späterer Abruf von Kamerabildern ist technisch ausgeschlossen. 

Auch eine Identifizierung von Personen findet nicht statt. Gesichter, Kennzeichen oder andere personenbezogene Merkmale werden weder gespeichert noch weitergegeben. Das System erkennt ausschließlich Objektklassen, also wer zu Fuß geht, radelt, Straßenbahnen sowie Pkw und Lkw die vorbeifahren.

Verarbeitet werden ausschließlich anonymisierte statistische Werte, etwa die Anzahl der Personen, die einen bestimmten Bereich passieren. Auch die ergänzende Bluetooth-Messtechnik liefert vollständig anonyme Frequenzdaten. Eine Zuordnung zu einzelnen Personen oder Geräten erfolgt nicht. Entsprechende Hinweisschilder klären vor Ort über den Einsatz der Technologie auf.

Die gewonnenen Daten ermöglichen der Stadt, Maßnahmen zu entwickeln und  Entscheidungen zu treffen. Zudem zeigen die Daten, welche Plätze zu welchen Zeiten wie belebt sind. Dies bildet die Grundlage für eine Verbesserung von Angeboten und Infrastruktur, etwa bei Bänken und Begrünung. Auch Bewegungen von Personen sowie Ein- und Ausstiege in den ÖPNV werden differenzierter als bisher erfasst und sollen der Verkehrs- und Infrastrukturplanung dienen.

Der Handel erhält z eine belastbare Datengrundlage, um Attraktivität und Fußgängerfrequenz des Standorts r einschätzen  und möglicherweise  verbessern zu können.

Die gesammelten Daten sind im Open Data-Portal der Stadt Neuss einsehbar

https://opendata.rhein-kreis-neuss.de/explore/embed/dataset/stadt-neuss-puls-der-stadt/pulsderstadt/?sort=hour_start

Das Beitragsfoto zeigt einen Screenshot von dem Open Data-Portal. 

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