Rhein-Kreis Neuss. Im Jahr 2025 haben in NRW 76.156 ausländische Personen die deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ist die Zahl der Einbürgerungen damit um 10,8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen (2024: 68.703) und hat somit einen neuen Höchststand erreicht. Der vorige stammt aus dem Jahr 2000.
2025 bekamen in NRW insgesamt 18.567 aus Syrien stammende Personen eine Einbürgerungsurkunde – dies entspricht 24,4 % aller. Damit war die syrische Staatsangehörigkeit das fünfte Jahr in Folge die am häufigsten vertretene Staatsangehörigkeit unter den Eingebürgerten. Syrer werden gerne deutsch. Danach folgten Personen mit türkischer (11.179), irakischer (4.445), russischer (3.841) und iranischer (2.755) Staatsangehörigkeit. Die Top 5 der am häufigsten eingebürgerten Staatsangehörigkeiten hat sich 2025 gegenüber 2024 nicht verändert.
Unter den Top 5 stieg die Zahl der Einbürgerungen von türkischer Zuwanderungen gegenüber 2024 mit +75,7 % prozentual am stärksten, gefolgt von Personen mit russischer (+67,4 %) und iranischer Staatsangehörigkeit (+21,0 %). Dagegen sank die Zahl der Einbürgerungen von syrischen Staatangehörigen in 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 23,7 %. Auch die Zahl eingebürgerter Personen mit irakischer Staatsangehörigkeit war in diesem Jahr rückläufig (−11,9 %).
Die stark gestiegenen Einbürgerungszahlen sind natürlich auch der „Turboeinbürgerung“ zu danken, d.h. schon nach drei Jahren Aufenthalt konnte ein Antrag gestellt werden. Das wurde vom Bundestag am 08.10.25 offiziell abgeschafft. Seit dem Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes am 30.10. 25 gilt für die Einbürgerung wieder eine reguläre Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren.
Regional betrachtet, wurde im Jahr 2025 in 32 kreisfreien Städten und Kreisen mehr eingebürgert als in 2024. Den größten prozentualen und gleichzeitig absoluten Anstieg gab es in Köln (+119,7 % bzw. +3.433 auf 6.302). Hohe prozentuale Zunahmen der Einbürgerungszahlen gab es zudem im Hochsauerlandkreis (+82,8 % auf 872) und in Herne (+73,8 % auf 1430). In 21 kreisfreien Städten und Kreisen waren die Einbürgerungszahlen in 2025 rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurden die größten prozentualen Rückgänge im Kreis Warendorf (−40,4 % auf 387) und im Kreis Gütersloh (−33,0 % auf 778) ermittelt.
Die Landesdatenbank hat die Zahlen für Städte und Kreise von 2025 noch nicht aufgenommen. Hier sind bisher lediglich die Einbürgerungen bis 2024 registriert. In Neuss wurde 2024 739 ausländischen Personen ein deutscher Pass ausgehändigt. Im Jahr zuvor waren es 612. Sie alle brauchten ihren bisherigen nicht abzugeben. Im Rhein-Kreis Neuss waren es 2024 1727 Personen, ein Jahr zuvor 1296.
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