Hammerwerk: Noch sind alle Türen offen

Grevenbroich. Am Hammerwerk, westlich der Grevenbroicher Innenstadt, entscheidet sich jetzt, wie die Entwicklung weiter geht. Im nördlichen Teil des Areals soll ein neues Quartier mit Wohnungen, einer Kindertagesstätte und weiteren ergänzenden Nutzungen ermöglicht werden. Dafür ist eine Änderung des Regionalplans erforderlich, weil dieser Bereich bisher vor allem für gewerbliche Nutzungen vorgesehen ist und Wohnraum dort nicht geschaffen werden kann.

Im laufenden Verfahren wurden zunächst unterschiedliche Abgrenzungen diskutiert. Die Stadt Grevenbroich hat nun einen überarbeiteten Vorschlag vorgelegt, den sie für kompromissfähig hält. Danach soll nicht das gesamte Areal mit einer Grundfläche von 13,8 ha geändert werden, sondern nur der nördliche Teil, der etwa 1,85 ha groß ist. Der südliche Bereich soll auch weiterhin vor allem gewerblich geprägt bleiben.

Bürgermeister Klaus Krützen – unser Foto links – erklärt in einem von der Pressestelle der Stadt verbreiteten Text: „Uns geht es nicht darum, Wohnen gegen Wirtschaft auszuspielen. Uns geht es darum, für das Hammerwerk eine vernünftige Lösung zu finden, die dringend benötigten innerstädtischen Wohnraum ermöglicht, Entwicklungsmöglichkeiten für die ansässigen Nahversorger verbessert und bestehende gewerbliche Strukturen nicht beeinträchtigt.“

Grundlage für die Entwicklung im nördlichen Teil des Hammerwerks ist ein städtebaulicher Entwurf eines Investors. Vorgesehen sind danach u.a. Wohnungen, eine Kindertagesstätte, betreutes Wohnen, soziale und gesundheitliche Angebote, wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen sowie ein Café. Die Stadt begleitet das Verfahren planungsrechtlich und stellt sicher, dass dabei auch die stadtentwicklungspolitischen Ziele Grevenbroichs berücksichtigt werden, heißt es in dem erwähnten Text.

Zugleich betont die Stadt, dass die Sorgen der Unternehmen ernst genommen werden. Deshalb auch die Herausnahme des größeren Teils des Hammerwerks. Ziel ist eine Lösung mit Augenmaß, die eine neue Entwicklung im nördlichen Bereich ermöglicht, ohne die bestehenden gewerblichen Nutzungen im übrigen Bereich des Hammerwerks  zu belasten.

Aus Sicht der Stadt ist das Hammerwerk schon heute kein klassisches, geschlossenes Gewerbegebiet mehr. Vielmehr gibt es dort seit Jahren eine Mischung aus Einzelhandel, Dienstleistungen, Wohnen sowie einzelnen gewerblichen und handwerklichen Nutzungen. Genau darauf muss eine zukunftsfähige Planung reagieren. Unterstützung erhält die Stadt für diesen Weg auch von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Grevenbroich. Sie spricht sich für die Teiländerung aus, weil dadurch innenstadtnaher Wohnraum entstehen, die Nahversorgung gestärkt und zugleich der übrige gewerblich geprägte Bereich des Hammerwerks erhalten werden kann. Es gibt allerdings auch Bedenken. Die werden von der IHK und der Handwerkskammer vorgetragen.

Der Regionalrat befasst sich am 25 Juni mit der Planänderung am Hammerwerk, wofür er zuständig ist. Die Verwaltung ist, wie erwähnt, für die Modifikation. Bekannt ist, das die AfD strikt dagegen ist, weil sie annimmt, dass eine Planänderung negativ auf die bestehenden Gewerbebetriebe ausstrahlt, die schon jetzt zu kämpfen haben. Sie hat für die Sitzung einen ausführlichen Antrag vorbereitet, der das „nein“ substantiell begründet.

Der Regionalrat Düsseldorf besteht für die Amtsperiode 2026–2030 aus 63 stimmberechtigten und 20 beratenden Mitgliedern. Von den stimmberechtigten entfallen auf die CDU 23 Sitze, SPD 14, Bündnis 90/Die Grünen 9, AfD 8, andere 9 Sitze.

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter!

Wenn Sie noch mehr wissen wollen, tragen Sie sich ein für einen kostenlosen Newsletter und erhalten Sie vertiefende Infos zu gesellschaftlichen Entwicklungen, Kulinarik, Kunst und Kultur in Neuss!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.