Entscheidung zum Hammerwerk vertagt

Grevenbroich. Der Regionalrat Düsseldorf, der am heutigen 25.06.26 darüber entscheiden sollte, ob der Bebauungsplan für den Bereich Hammerwerk im nördlichen Bereich geändert werden kann, damit dort ein Investor zum Zuge kommt, der dort auch Wohnungen errichtet, ist vertagt worden.

Wie berichtet, sind im laufenden Verfahren zunächst unterschiedliche Abgrenzungen diskutiert worden. Die Stadt Grevenbroich hat einen überarbeiteten Vorschlag vorgelegt, den sie für kompromissfähig hält. Danach soll nicht das gesamte Areal mit einer Grundfläche von 13,8 ha geändert werden, sondern nur der nördliche Teil, der etwa 1,85 ha groß ist. Der südliche Bereich soll so bleiben wie er ist.

Die Verwaltung ist, wie erwähnt, für die Planänderung, die sich auch auf Intentionen der SPD-Ratsfraktion stützt. Bekannt ist, das die AfD strikt dagegen ist, weil sie annimmt, dass eine Planänderung negativ auf die bestehenden Gewerbebetriebe ausstrahlt, die schon jetzt zu kämpfen haben. Sie hatte für die Sitzung des Regionalrats einen ausführlichen Antrag vorbereitet, der das „nein“ substantiell begründet.

Gegenwind gab es auch vermeintlich von der Kreisverwaltung des Rhein-Kreises Neuss. Deshalb hat sich die SPD mit einem ausführlichen Schreiben – liegt der Redaktion des Neusser Tageblatts vor – an die Kreis Neuss gewandt, Ihre Argumente und die Befürchtung geäußert, Kreisdirektor Dirk Brügge könnte sich bei der Abstimmung dagegen äußern. Das weist die Kreisverwaltung in einer Stellungnahme – liegt der Redaktion im Original vor – entschieden zurück und verweist darauf, dass der Brügge nicht in seiner Funktion als Kreisdirektor sondern alsstimmberechtigtes Mitglied der CDU teilnimmt.

Im Übrigen verweist die Kreisverwaltung auf den rechtlichen Hintergrund der Prozedur. Als Verwaltung ist sie lediglich für juristische Fragen zuständig, die hier nur bedingt eine Rolle spielen. Allerdings wird auf ein Problem aufmerksam gemacht, dass in der Tat eine Ablehnung der Planänderung zur Folge haben könnte. Die Stadtverwaltung Grevenbroich habe nicht ausführlich eruiert, ob nicht wassertechnische Probleme auftreten können, wenn eine Planänderung vorgenommen würde. Vorgesehen sind im nördlichen Teil des Hammerwerks u.a. Wohnungen, eine Kindertagesstätte, betreutes Wohnen, soziale und gesundheitliche Angebote, wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen sowie ein Café. Das braucht natürlich mehr Wasser als bisher.

Ob das der Anlass war, eine Vertagung der Entscheidung zu beantragen um Zeit zu gewinnen, um hier nachzubessern, ist nicht bekannt. Angeblich hat Bürgermeister Klaus Krützen die Pause bis zur Entscheidung im September beantragt, das wurde von der Pressestelle der Stadt auf telefonische Nachfrage so nicht bestätigt, wohl von jemand, der an der Sitzung teilnahm. Der meint allerdings auch, es sei ein Fehler gewesen, eine Vertagung zu beantragen. Weil an ihr nur ein Drittel der Stimmberechtigen – möglicherweise wegen des hitzigen Wetters – anwesend waren. Es fehlten viele Gegner, sodass ein Durchwinken wahrscheinlich gewesen wäre.

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