Neuss. Das Bergfest der Landesgartenschau Neuss 26 veranlasste die Veranstalter zu einem „Parlamentarischen Abend“ ins Oase Festzelt einzuladen. Sinn und Zweck eines solchen Meetings ist über das zu berichten, was den Besuchern und insbesondere den Neussern so viel Freude macht, dass mittlerweile – zur Halbzeit, deshalb Bergfest – mehr als 200.000 Leute die Eingänge passiert haben, um zu schauen, was hier entstanden oder bei dem mitzumachen, was hier zum Gärtnern, Spielen und an Sport angeboten wird.

Seit der feierlichen Eröffnung der Gartenschau und dem nachfolgenden Stadtpark, der den Namen „Grünes Herz Neuss“ trägt am 16. April, hat sich das 38 Hektar große Gelände zu einem Aufenthaltsort für Menschen aus Neuss, der Region und weit darüber hinaus entwickelt. 90 Tage voller gemeinsamer Erlebnisse sind bereits vergangen: Die Landesgartenschau Neuss zieht eine positive Bilanz: Mehr als 281.000 Tickets wurden verkauft und mit diesen ein Umsatz von insgesamt € 4,73 Millionen erzielt.
Die Veranstaltung in der Oase hieß Parlamentarischer Abend, weil sich hier nicht nur Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Landtagspräsident André Kupereinfanden, sondern auch einige Abgeordnete des Landtags in Düsseldorf und auch die Repräsentanten der Gartenschauen, die anstehen, nämlich die IGA in der Metropolregien Ruhr (53 Städte) im nächsten Jahr, der Landesgartenschau Kleve, die 2029 stattfindet oder z.B. die der IGA 2037 im Rheinischen Revier.
In Neuss erwartet man 650.000 Schaulustige. Dann werden noch einige mehr kommen als in der ersten Halbzeit. Das liegt natürlich daran, dass die Hauptbesuchszeit bei Gartenschauen die Sommermonate sind und insbesondere die kommenden Ferienwochen.
Besonders gut kommt die Neusser Schau bei Kindern, Schülern sowie jungen Erwachsenen an, auf die rund 15 % der verkauften Tickets entfallen.
„Unsere Gartenschau ist außergewöhnlich. Es ist fantastisch, dass uns so viele erwachsene Gartenschaufans besuchen, und es sind auch immer viele Kinder und Jugendliche auf dem Gelände. Ob zum Skaten, Ballspielen oder im Grünen Klassenzimmer in den Gärten. Wir sind eine junge LAGA“, sagte Annette Nothnagel, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH, auf dem Parlamentarischen Abend.
Das überdurchschnittlich gute Sommerwetter und insbesondere die Hitzewellen machen den Blumen und Pflanzen auf der Schau natürlich zu schaffen, hier ist Wässern Pflicht. Das gelingt bei den Blumenrabatten, Sträuchern und neu angepflanzten Bäumen gut, bei den Wiesen ist das natürlich nicht möglich; das Gelände ist, wie schon erwähnt, immerhin 38 Hektar groß. So ist natürlich nicht verwunderlich, dass der Klimawandel auch ein Thema an diesem Abend war. Es scheint so, als habe man ansteigende Umgebungstemperaturen als gegeben mehr akzeptiert, als zuvor. Dass Gartenschauen, die in der Regel das Gesicht einer Stadt zum positiven verändern, dazu beizutragen, dass, höhere Umgebungstemperaturen, insbesondere im Sommer, besser zu ertragen sind, ist zum Allgemeingut geworden.
Was auch deutlich wurde an diesem Abend, war die hohe Akzeptanz der LAGA 26 bei der Bevölkerung. Nur wenn es gelingt, die Bürgerschaft in die Gartenschau einzubinden, wird es eine gute, das scheint hier exemplarisch gelungen, was man auch an der Resonanz auf die Einladung ersehen konnte, hier dabei zu sein, wo doch um 21 Uhr eines der beiden Halbfinale der Fußball WM anstand.
Noch etwas machte die Veranstaltung wertvoll: Auf zwei Podiumsdiskussionen wurden Einblicke möglich, was bei den kommenden Gartenschauen zu erwarten ist. Besonders wird die im Jahr 2037 im Rheinischen Revier. Die Orte Jüchen (gehört zum Rhein-Kreis Neuss), Wanlo, (gehört zu Mönchengladbach) und Keyenburg (gehört zu Erkelenz) werden mit Gartenlandschaften hübsch gemacht. Die Orte gruppieren sich um den jetzigen Tagebau Garzweiler, der noch bis zum Ende des Jahrzehnts in Betrieb ist. Im Jahr 2036 beginnt die Verfüllung mit Rheinwasser. Da werden dann ein Jahr später in dem riesigen Loch ein paar Pfützen sein. Für die IGA 2037 sind € 380 Millionen veranschlagt. Die kommen vorwiegend aus dem Strukturfonds Rheinisches Revier.
Das Beitragsfoto ist in der Oase entstanden und stammt von Markus van Offeren.