Ein neuer Hauptbahnhof entsteht

Der Neusser Hauptbahnhof  war vor dem zweiten Weltkrieg ein Schmuckstück im Rheinland. So etwas wird es nicht wieder geben, aber der jetzige Zustand ist wenig befriedigend. Das hat in der Vergangenheit hin und wieder zu Unmut geführt, auch zu Gesprächen mit der Bundesbahn, aber außer Absichtserklärungen kam nicht viel mehr raus. Nun ist Bewegung angesagt. Die Anlage wird modernisiert: Mit der Enthüllung der ersten Visualisierungen und der Unterzeichnung einer Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung ist ein Startschuss gefallen, der nicht wieder zurück genommen werden kann. In zwei Bauphasen wird das jetzige Empfangsgebäude zu einem modernen, barrierefreies Entree der Stadt. Möglich ist das  durch eine Landesinitiative „Schöner ankommen in NRW“.

Ina Scharrenbach (Hand an der Präsentation) sorgt für einen amüsierten Bürgermeister

Es versammelten sich am Freitag, (12.12.25) Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW, Werner Lübberink, Konzernbevollmächtiger der DB für das Land Nordrhein-Westfalen und Bürgermeister Reiner Breuer, die eine Visualisierungen der Modernisierung des Empfangsgebäudes präsentierten. Die zugleich unterzeichnete Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung markiert den offiziellen Auftakt für die bauliche Aufwertung einer der zentralen linksrheinischen Mobilitätsorte – und setzt zugleich ein Zeichen für das landesweite Städtebau- und Investitionsprogramm „Schöner ankommen in NRW“, heißt es in einer Mitteilung.

Innenansicht des neuen Hbf, allerdings mit Weitwinkel fotografiert, denn an den Maßen ändert sich natürlich nichts.

Die Maßnahmen zur Modernisierung des Hauptbahnhofes mit Gesamtkosten von rund € 8,1 Millionen werden aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes mit rund € 2,72 Millionen Euro gefördert. Weitere € 1,7 Millionen entstammen einem Bundesprogramm, das auch für Barrierefreiheit von Bahnhöfen sorgt.

Reiner Breuer, Bürgermeister der  Stadt Neuss: „Dass wir mit der Unterstützung des Landes und der Deutschen Bahn diesen zentralen Ort in Neuss neu gestalten können, ist ein starkes Signal. Die Landesgartenschau 2026 hat den Prozess deutlich beschleunigt und dafür gesorgt, dass wesentliche Verbesserungen schon frühzeitig umgesetzt werden. Der Bahnhof wird damit rechtzeitig zur ‚LAGA’ ein moderner, freundlicher und barrierefreier Ort – und bleibt es für die Neusserinnen und Neusser weit über 2026 hinaus.“

So sah der ursprüngliche Neusser Hbf aus, Repro von einer Ansichtskarte

Das Empfangsgebäude des Neusser Hauptbahnhofs blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend nur in ser vereinfachter Form wiederaufgebaut, soll man nun „schöner ankommen in NRW“ . Dafür haben die DB InfraGO AG, die Stadt Neuss und die BEG/ NRW.URBAN ein gemeinsames Konzept entwickelt, das den Bahnhof zu einem attraktiven, einladenden und funktionalen Ort machen soll – für Reisende und der Neusser Bevölkerung, heißt es in einer Mitteilung.

Das, was der neuen Hauptbahnhof ist, strahlt auch auf das Umfeld: Das Areal des neuen Stadtquartiers Grüne Furth Neuss – ein visionäres Wohn- und Stadtentwicklungsprojekt, schließt direkt an den Hauptbahnhof an. Mit der Grünen Furth Neuss entsteht bekanntlich auf der ehemaligen Industriebrache der Firma Bauer & Schaurte ein lebendiges, zukunftsorientiertes Quartier mit rund 650 Wohneinheiten, sozialen und gewerblichen Nutzungen, viel Grün sowie einem nachhaltigen Energie- und Mobilitätskonzept. Damit verbindet sich Wohnraum, Nachhaltigkeit und Mobilität räumlich und funktional auf ideale Weise — Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe, Quartier als neues Zuhause.

Die jetzt beginnende erste Bauphase umfasst die Aufwertung der Personenunterführung – die zugleich eine wichtige Verbindung zwischen den nördlichen Stadtteilen und der Innenstadt bildet – sowie die Erneuerung der Anzeiger zur Reiseinformation in der Unterführung. Darüber hinaus entsteht im Gebäude eine städtische Gemeinbedarfseinrichtung mit Stadt- und Bürgerinformation.

Diese Maßnahmen sollen bis Ende des zweiten Quartals 2026 abgeschlossen werden – rechtzeitig zur Landesgartenschau 2026, die am 16. April eröffnet wird.

In einer zweiten Bauphase wird anschließend die Modernisierung des gesamten Gebäudes fortgeführt. Parallel zu den Arbeiten am Empfangsgebäude hat das Land via NRW.URBAN und BEG für eine städtebauliche und verkehrliche Rahmenplanung beauftragt, die den gesamten Bahnhofsvorplatz – den Theodor-Heuss-Platz sowie die Flächen an der Further Straße – neu ordnen und aufwerten soll. Ziel ist eine städtebaulich bessere Anbindung der Innenstadt, die Verknüpfung der Verkehrsträger Bahn, Bus, Straßenbahn und Fahrrad sowie eine attraktive Gestaltung der Verkehrsflächen. Ein Neubau der Radstation an der Further Straße ist ebenfalls vorgesehen.

In der zweiten Bauphase, die im Anschluss an die Landesgartenschau beginnen soll, wird das Bahnhofsgebäude modernisiert. Die Halle erhält durch den Einbau von Oberlichtern deutlich mehr Tageslicht, sodass diese heller wird. Ein neuer Boden und neue Wände geben dem gesamten Bahnhof ein modernes und attraktives Erscheinungsbild. Zusätzlich wird die Aufenthaltsqualität mit neuem Sitzmobiliar in der Halle und dem Bau einer öffentlichen Toilettenanlage spürbar gesteigert. Die Sanierung der Außenwände und weiterer, nicht-öffentlicher Gebäudeteile runden das Gesamtbild ab. Neben den Arbeiten am Empfangsgebäude wird zukünftig auch auf den Bahnsteigen gearbeitet. Mittelfristig werden dort die Dächer modernisiert, um weiterhin zuverlässig vor Witterungseinflüssen zu schützen. Außerdem ist geplant, die Ausstattung der Station aufzuwerten und einheitlich zu gestalten. Ebenfalls steht eine Erneuerung der Aufzüge an.

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