Dormagen. Nach einem Todesfall in einer Senioreneinrichtung an der Virchowstraße hat die Stadt Dormagen am heutigen Samstag, 27. Juni, um 6.30 Uhr, ihren Krisenstab einberufen.
In der Nacht gegen 0.15 Uhr verstarb ein Bewohner der Einrichtung. Darüber, ob ein Zusammenhang mit hohen Umgebungstemperaturen besteht, liegen keine Erkenntnisse vor. Da die Einsatzkräfte vor Ort hohe Temperaturen von mehr als 35 Grad Celsius im Gebäude feststellten, wurden für die 167 dort anwesenden Leute vom leitende Notarzt in Abstimmung mit der Heimleitung Schutzmaßnahmen veranlasst. Zehn Personen von ihnen befinden sich derzeit in stationärer ärztlicher Behandlung.
Es wurde in der Cafeteria der Einrichtung ein klimatisierter Notaufenthaltsraum eingerichtet, in dem betreut und versorgt werden kann. Parallel werden externe Aufenthaltsmöglichkeiten vorbereitet, um mobile Heimbewohnerinnen und -bewohner temporär dort unterbringen zu können. Das erfolgt in Abstimmung zwischen den Einsatzkräften, der Stadt und dem Betreiber. Der Betreiber stellt hierfür zusätzlich mehrere Mitarbeitende zur Verfügung, die die Versorgung und Begleitung vor Ort sicherstellen.
Der eingangs erwähnte Krisenstab bewertet die Lage fortlaufend und prüft zudem vorsorglich, ob aufgrund der anhaltenden extremen Temperaturen weitere Senioreneinrichtungen im Stadtgebiet von ähnlichen Situationen betroffen sein können und ob dort zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.
Für besorgte Angehörige hat die Stadt Dormagen ein Bürgertelefon eingerichtet. Dort werden Fragen zur aktuellen Lage beantwortet und Informationen zum weiteren Vorgehen bereitgestellt. Das Bürgertelefon ist mit der
Telefon-Nr. 02133 257 5555
erreichbar.
Im Bereich der Virchowstraße und der angrenzenden Straßen kann es im Laufe des Tages zu Verkehrsbehinderungen und zeitweisen Straßensperrungen kommen. Die Stadt bittet, den Bereich nach Möglichkeit zu meiden und den Einsatzkräften freie Zufahrtswege zu ermöglichen.
„Die anhaltende Hitze stellt insbesondere für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen eine erhebliche Gefahr dar. Wir appellieren an alle in der Stadt, auf sich selbst und auf Mitmenschen zu achten, ausreichend zu trinken und insbesondere alleinlebende Seniorinnen und Senioren im Blick zu behalten. Unser Dank gilt den Einsatzkräften und allen Beteiligten, die seit den frühen Morgenstunden alles dafür tun, die Situation bestmöglich zu bewältigen“, wird Bürgermeister Erik Lierenfeld in dieser Mitteilung der Stadtverwaltung zitiert.