Rhein-Kreis Neuss. Mit Fördermittel gelingt es dem Rhein-Kreis Neuss den Glasfaserausbau auch dort voranzubringen, wo der Markt sich weigert. Nachdem ein Antrag im Rahmen der „Gigabitförderung 2.0“ erfolgreich war, ist er nun vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung offiziell den Förderbescheid für den Breitbandausbau in den Gegenden des Kreisgebietes, die als „Graue Flecken“ bezeichnet werden, zu ermöglichen. Das Schreiben nahm der Koordinator für digitale Infrastruktur des Rhein-Kreises Neuss, Hasan Sharifi, aus den Händen von Bundesminister Dr. Karsten Wildberger in Berlin entgegen.

Rund € 30 Millionen vom Bund fließen demnach an Rhein, Erft und Gillbach, um unterversorgte Gebiete direkt an das Glasfasernetz anzuschließen. Dank der Subvention können nun Tausende Haushalte, Unternehmen und Schulen mit modernster Glasfaser-Technologie ausgestattet werden. „Der offizielle Förderbescheid ist ein starkes Signal für die digitale Zukunft unseres Kreises“, wird Landrätin Katharina Reinhold zitiert.
Die erfolgreiche Beantragung ist das Ergebnis einer engen Abstimmung zwischen dem Kreis, den Kommunen und dem Bund. „Wir freuen uns, dass unsere Hartnäckigkeit und die detaillierte Planung belohnt wurden“, so Hasan Sharifi, der Koordinator für digitale Infrastruktur. Jetzt gehe es darum, „die Glasfaser in den Boden zu bringen“.
Die nun bereitgestellten Mittel unterstützen den Breitbandausbau, wo die „eigenwirtschaftliche“ Initiative nicht zieht. Der Rhein-Kreis Neuss koordiniert das Verfahren zentral, um eine effiziente und schnelle Umsetzung in allen beteiligten Kommunen zu gewährleisten. Gemeinsam mit ihnen werden nun die nächsten Schritte eingeleitet.
Die Auftragsvergabe wird europaweite ausgeschrieben. Es geht um die Ausmerzung der „Grauen Flecken“ in Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Neuss und Rommerskirchen. Nach dem aktuellen Stand sollen 7818 neue Anschlüsse an schnelles Internet ermöglicht werden. Davon profitieren rund 6447 Haushalte, 1357 Unternehmen, zwei Schulen und zwölf weitere sozioökonomische Schwerpunkte. „Graue Flecken“ sind in Dormagen vor allem in den nördlichen Ortsteilen wie Nievenheim, Stürzelberg, Zons, Straberg und Gohr. In Neuss soll die digitale Infrastruktur vor allem in einigen Bereichen von Grimlinghausen, Holzheim, Norf und in der Nordstadt ausgebaut werden. In Kaarst geht es um mehrere Wohngebiete, in Grevenbroich und Rommerskirchen um einzelne Straßenabschnitte.
Der Bescheid des Bundes ist die Basis für eine weitere Förderung, die vom Land kommt: Mit rund € 18,2 Millionen oder 30 Prozent beteiligt sich Nordrhein-Westfalen im Kreisgebiet. Den Eigenanteil von 20 Prozent in Höhe von rund € 12,2 Millionen kommt von den Kommunen Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Neuss und Rommerskirchen.